Geschichte

Meissner Hallenturnfest – ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte des TV „Frisch Auf“ Meißen e.V.

Da die Turner ein reiselustiges und geselliges Völkchen waren, zogen sie in vielen Vereinsjahren von Wettkampf zu Wettkampf, von Dorf zu Dorf, um ihr Können zur Schau zu stellen und sich mit anderen zu messen. Auf der Rückfahrt von solch einem Wettbewerb stellten die heutigen Turnveteranen Emil Rößler, Karl Dessau und Martin Lösche (damaliger Sektionsleiter Gymnastik/Turnen der BSG Aufbau Meißen) fest, dass es in Meißen und Umgebung keinen Turnhöhepunkt gibt. Somit war die Idee eines Turnfestes in den Köpfen der drei Meißner entstanden. Diese Idee in die Tat umzusetzen, war für Meißens Turnerschaft nur noch Formsache. Unter dem Motto Gymnastik und Turnen einen neuen Aufschwung zu verleihen sowie neue Freunde für das „schöne neue Turnen“ zu gewinnen wurde am 03. Februar 1957 das Hallenturnfest in die Wirklichkeit umgesetzt. Der erste Schülerwettkampf, das

1.Meissner Hallenturnfest
fand mit 78 Aktiven in den vier Wänden der Friedrich-Ludwig-Jahn-Turnhalle statt. Aus Meißen, Nossen, Sörnewitz, Coswig reisten die Jungen und Mädchen an. Geturnt wurde in den Rubriken: „Anfänger“, „Fortgeschrittene“ sowie Leistungsturner(innen)“. Die bekannteste Meißnerin und damalige Siegerin beim ersten Meißner Hallenturnfest war Helga Dießner. Heute bekannt und berühmt für ihre Turnkünste als nunmehr 4-fache Deutsche Meisterin, unter dem Namen Helga Findeisen.

1958:
Einführung der Wettkämpfe auch für die 7. und 8. Klassen der Schulen.

1959:
übernahm als neuer Sektionsleiter, Rolf Hörnig, die Fäden für das Hallenturnfest in die Hand und führte es zusammen mit seinem technischen Leiter, Martin Lösche, zu weiteren großen Erfolgen. Bereits zum 4. Hallenturnfest gingen 172 (!) Schülerinnen und Schüler an den Start. Unter den zahlreichen Zuschauern auf den Balkons der Jahn-Halle glich die Halle einem „Bienenhaus“.

1963:
stiftete die Leitung der BSG Aufbau Meißen erstmals Wanderpokale aus Meissener Porzellan® für das Hallenturnfest und löste damit die Siegerkränze für die Erstplazierten ab. Die Sektionsleitung entschloss sich die Wettkämpfe der Erwachsenenklassen bezirksoffen auszuschreiben.

1967:
anlässlich des 10.Jubiläums fand der erste Turnerball in der Geschichte des Hallenturnfestes statt. Nach der großen Resonanz beschloss man dies nun immer als krönenden Abschluss durchzuführen.

1970:
Sonntagswettkampf: Melderekord mit 260 Meldungen – 300 Aktive turnten. Negativschlagzeile: …„Allerdings glänzten die Kameraden des Roten Kreuzes mit Abwesenheit.“… – und das sogar an beiden Wettkampftagen.

1971:
aus technischen Schwierigkeiten (Schließung der Jahnturnhalle) macht sich eine Verlegung der Wettkämpfe in andere Turnhallen erforderlich: Herren – Turnhalle „Sportplatz Jutteplan“ ehemaliges Aktivistenhaus/ Frauen – Turnhalle des BBS Turbowerke ehemalige Reithalle/ Kinder – Turnhalle des BBS Turbowerke ehemalige Reithalle.

1972:
die gut geheizte Jahnturnhalle bot wieder ausgezeichnete Bedingungen für das Meissner Hallenturnfest.

1977:
Anlässlich des 20. Hallenturnfestes stand der Wettkampf erstmals nicht nur den Turnerinnen und Turnern aus dem Bezirk Dresden offen, sondern auch den Turnerinnen und Turnern aus dem Bezirk Karl-Marx-Stadt.

1982:
Emil Rössler stiftet Wanderpokal für den besten Verein des Kreises Meißen – Erstmals DDR-offene Wettkämpfe.

1983:
Teilnehmerrekord mit 200 Turnerinnen und Turner aus 40 Sektionen. Erstmalig wird der Pokal der Meister ausgetragen und zum diesem Auftakt zeigte Klaus-Dieter Boede (Ex-Nationalmannschaftsmitglied) den Kreuzhang an den Ringen.

1985:
MHT wird zum Meilenstein in der „Sportstafette des XI. Parteitages“

1989:
Maxi Knauck sitzt im Kampfgericht, ehemalige Weltmeister und Olympiasieger, wie Ralph-Peter Hemmann, Jens Fischer usw. standen auf den Meldelisten zum 32. Hallenturnfest.

1990:
Das Meissner Hallenturnfest wird Deutschlandweit publiziert und gern von allen deutschen Turnerinnen und Turnern angenommen.

21. Jahrhundert:
Das Turnfest, welches heute für viele Turnerinnen und Turnern der Jahresauftakt für die Wettkampfsaison darstellt, ist mittlerweile bis weit über die Landesgrenzen Deutschlands bekannt. Mehr als 150 Jugendliche und Erwachsene stellen sich den Wettkämpfen um die noch immer begehrten Pokale aus Meißner Porzellan. Internationale Beteiligungen am Meißner Hallenturnfest aus England und Tschechien geben dem Hallenturnfest seit einigen Jahren einen erhöhten Stellenwert.

Am 2. Wettkampftag finden die traditionellen Schülerwettkämpfe der Turnvereine des Kreises Meißen statt. Kinder und Jugendliche kämpfen um den legendären Emil-Rößler-Pokal.

2007-50 Jahre Meissner Hallenturnfest
fanden unter der Leitung von Peggy Freytag sowie dem technischen Leiter Rainer Hampel mit seinen Turnerinnen und Turnern des TSV Meißen e.V.statt. Alle arbeiteten daran, dass dieses Turnfest zu einem einmaligen Jubiläum geworden war. Nicht nur ein neuer Federboden, den sich die Meissner Turnvereine u.a. mit der Hilfe vieler turnbegeisterter Sponsoren anschaffen konnten, sondern auch eine dreitägige Wettkampf-Serie für Jung und Alt waren eines der Highlights für das fünzig-jährige Hallenturnfest.
Hochkarätige Turnkunst wurde durch zahlreiche sehr gute Turnvereine aus Deutschland in Meißen präsentiert. Der Doppelsalto am Sprungtisch bei den Herren oder Überschlag mit Mühle bei den Damen sowie der Kreuzhang an den Ringen sind beim Hallenturnfest keine Seltenheit mehr. Regelmäßig waren folgende Vereine in Meißen zu Gast:
TSV Heusenstamm, Chemnitzer PSV, TuS Chemnitz-Altendorf, SV Stahl Hennigsdorf, Siegerländer KV, Burgstädter TSV 1878, Berliner TSC, SC Potsdam, Altonaer TSV, TV Cottbus 1861 e.V., TUS Gau Bischofsheim, PTSV Halle, KTV Chemnitz, TUS Jena, TuS Ober Ingelheim, SG Friedrichsgrün, TSV Langenbrücken, TSV Germania 1862 Werdau, SV Halle e.V., Slovan Karlovy vary (Tschechien), Niendorfer TSV, Vfl 1848 Bad Kreuznach, TUSPO Meißen und viele andere mehr…

2017-60 Jahre Meissner Hallenturnfest
Seit Zwei Jahren hat nun Martina Günther die Leitung des Meissner Hallenturnfestes übernommen. Beratend zur Seite steht ihr Rolf Hörnig, der auch nach sechzig Jahren beim Hallenturnfest nicht fehlen darf. Mittlerweile lösen allmählich die Jungen die ältere Generation in ihren Aufgaben ab. Dennoch sind sie gern gesehene Helfer und Gäste und mit der Tradition des Meissner Hallenturnfestes eng verbunden, genauso wie die Turnerinnen und Turner des TSV Meissen e.V. und des TUS Weinböhla e.V.. Auch zum sechzig-jährigen Jubiläum sind wieder drei Turnfesttage geplant. Zum Turnerball wird erstmalig eine Live-Band spielen. Über 100 Turnvereine haben die Ausschreibung zum 60. Meissner Hallenturnfest erhalten. Das Organisationsteam freut sich nicht nur auf hochkarätige Turnkunst aus ganz Deutschland, sondern auch auf das turnbegeisterte Publikum, welches in den letzten zwei Jahren zunehmend wieder die Turnhalle im “Heiligen Grund” in Meißen aufsucht.

Euer Organisationsteam
des TV “Frisch Auf” Meißen e.V.